Radio-Kurzfeature von Axel Gauster

Sprecher: Axel Gauster

Online-Text, Fotos: Axel Gauster

© 2017 NGG-Region Aachen

Länge: 11'50"Format: mp3pro 96kbps 44,1 kHz 16bit DAB JointStereo

Wir wollen damit den Freizeitsport fördern“, sagt Peter Mogga, Geschäftsführer der NGG-Region Aachen. Seit fünfundzwanzig Jahren wird der von der NGG-Region Aachen gestiftete Süßwaren-Cup ausgetragen. Betriebsmannschaften aus der Zucker-, Süßwaren- und Fruchtindustrie beteiligen sich. Darunter Lindt, Kronenbrot und MAOAM ebenso wie Coca Cola, Thomy und Bonback. Gastgeber ist die Zuckerfabrik Pfeifer & Langen aus Jülich, die gleich mit drei Mannschaften antritt. „Die Leute haben viel Spaß und es sind über die Jahre feste Freundschaften entstanden“, sagt Christoph Ney, der als Betriebsrat Werk Jülich den Cup organisiert.

Süßwaren-Cup der NGG-Region Aachen 2017. Koslar 10.6.2017
Süßwaren-Cup der NGG-Region Aachen 2017. Koslar 10.6.2017

Der Sportverein Viktoria 1908 Koslar e.V. stellt die Sportanlage und sorgt für das ganze „Event“. Betreuung, Schiedsrichter, Spielpläne, Leitung. Anpfiff ist 12 Uhr Mittags. Der Cup ist auf zirka sechs Stunden geplant. Mehr als 60 Spiele werden ausgetragen. Die Spielleitung hat also immer die Zeit im Auge. „Alles läuft nach Plan. Kleine Verzögerungen sind eingeplant“, sagt Torsten Timberg von der SV Viktoria 1908 Koslar eV. Und dazu gehört auch der aktuelle Spielstand der Mannschaften. Kommunikation ist alles.

Das Spiel ist schneller, weil das Spielfeld halb so groß ist wie ein Fußballfeld. Ein Spiel dauert acht Minuten. Der Wechsel ist fliegend alle zwei Minuten. Das stellt höhere Ansprüche an die Kondition der Spieler. Und die Regeln, sind nicht vom großen Fußball abgeschrieben. „Die sind angepasst und orientieren sich am Hallenfußball“, sagt Andreas Plum, einer von drei Schiedsrichtern.

Mit Ersatzspieler bringen die sechzehn Mannschaften zirka 120 Personen auf den Platz oder in die Ruhezonen. „Die kommen aus allen Kulturkreisen“, sagt er. „Fußball war und ist immer schon aktive Integration gewesen“, fügt er hinzu.

Pokalsieger Team Zentis Aachen. Süßwaren-Cup der NGG-Region Aachen 2017. Koslar 10.6.2017
Pokalsieger Team Zentis Aachen. Süßwaren-Cup der NGG-Region Aachen 2017. Koslar 10.6.2017

Viele von uns kennen sich seit Jahren. Auch privat,“ sagt ein Spieler. Einige sind mit ihren Familien angereist, sind in Gespräche vertieft oder unterstützen am Spielfeldrand lautstark ihre Mannschaften. „Wir sind eine große Familie“, sagt ein anderer Spieler.

Das soziale Engagement der Arbeiterbewegung führte bereits im 19. Jahrhundert zur Idee des Betriebssports. Der wurde zu Beginn überwiegend durch private Eigeninitiative betrieben. Heute machen Betriebsräte und Geschäftsleitungen entsprechende Angebote und helfen auch bei der Organisation. Und einige spielen sogar mit. Wie zum Beispiel Dieter Winter, Standortleiter Zuckerfabrik Pfeifer&Langen Werk Elsdorf/Appeldorn. Er steht im Tor. „Wir haben uns immer schon für den Sport in unseren Werken eingesetzt“, sagt er. „Ist gut für den Zusammenhalt auch über die Arbeit hinaus.“, fügt er hinzu.

Gastgeber dieses SüßwarenCups ist seit vielen Jahren die Zuckerfabrik Pfeifer&Langen Werk Jülich. Die sind auch mit einer eigenen Mannschaft angereist. Dirk Blecher, Standortleiter Werk Jülich. „Ist gut für den Zusammenhalt im Unternehmen und weit darüber hinaus“, sagt. er. „Alle Leute, die hier spielen, haben irgendetwas mit dem Thema Ernährung und Nahrung zu tun“, fügt er hinzu.

Betriebssport ist ja ein ganz eigenes Kapitel. Gemacht von Amateuren für Amateure. Und vor allem. Von berufstätigen Menschen. Das heißt, nach Ende des Turniers geht es nach Hause. Auch für das Team aus Polen. Ziemlich weit weg. Es heißt also Ausruhen. Am nächsten Montag beginnt die neue Arbeitswoche. So ist das.Auf einem langen Tisch im Vereinshaus: Kleine und große Pokale, Medaillen. Der silberfarbene Überzug glitzert. Geschenkkartons sind auch auf gereiht. Süßigkeiten und Gebäck. Ein sehr großer Pokal führt die Gaben an. Sein Kleid ist aus Stein und Emaille. Das ist der Wanderpokal.

Es geht in die Endrunde. Das Team Pfeifer&Langen Werk Euskirchen und die Mannschaft Zentis aus Aachen stehen im Endspiel.

Kurz, knackig und schnell. Und der Gewinner des Süßwarenturniers 2017 ist das Team Zentis aus Aachen. Medaillen, Geschenke. Überreicht von der Gewerkschaft NGG-Region Aachen und einem Vertreter der Geschäftsleitung Pfeifer & Langen.

Nach der Pokalverleihung wird gefeiert. Hier oder anderswo. Duftende Speisen als Dankeschön an die Mannschaften und Organisation. Der Abend ist sommerlich warm und noch lang.

 

Das Kleinfußballfeld ist halb so groß wie ein normales Fußballfeld. Eine Mannschaft besteht aus fünf Feldspielern und einem Torwart. Ein Spiel dauert acht Minuten und ist schneller, weil das Spielfeld kleiner ist. Das Auswechseln der Spieler ist der Geschwindigkeit des Spiels angepasst und geschieht fliegend alle zwei Minuten. Der Strafstoß liegt auf neun Meter. Nach einer gelben Karte erfolgt sofort Gelb-Rot. In Deutschland gibt es viele Freizeit- und Bunte Ligen, die ihre Turniere selbst organisieren.

Viele Betriebsmannschaften bereiten sich durch häufiges Training auf ihre Spiele vor. Aber auch die Schiedsrichter nehmen an Kleinfeld-Schulungen teil. So bietet zum Beispiel die Schiedsrichtergruppe Liga-Nord über den Bayerischen Fußball-Verband regelmäßig entsprechende Lehrgänge an.*)

In Deutschland werden lokal, regional und überregional viele Kleinfeldfußball-Ligen ausgespielt. Es handelt sich um Amateur-Turniere für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Das Fußballspielen auf einem Kleinfeld hat in den letzten Jahren an Beliebtheit zugenommen.

Unterschieden wird allgemein zwischen Verbandsfußball (Profi-Ligen) und Freizeitfußball (Bunte Ligen).

Eine dritte Form ist der Betriebsmannschaftssport. Das sind organisierte sportliche Aktivitäten von Betriebsangehörigen. Die haben entweder Betriebssportgruppen gegründet oder organisieren sich in freien Gemeinschaften.

Vertiefung sozialer Kontakte, um das Betriebsklima zu verbessern und die Erkenntnis, dass körperliche Bewegung die Gesundheit positiv beeinflusst, sind die Motive bei der Förderung von Betriebssport.

 

Weitere ausgewählte Informationen und Literatur

*) Bayerischer Fußball-Verband - München

Soccerdrills - „Raumaufteilung am Beispiel Kleinfeldfußball“, Lübeck

Deutscher Betriebssportverband e.V. (DBSV) - Berlin

Deutscher Fußball-Bund e.V. (DFB) - Frankfurt/Main

Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2007

 

Links abgerufen am 12.6.2017

 

Gewerkschaft NGG in Videos - Vimeo-Videokanal der Gewerkschaft NGG

Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten NGG - Hamburg

Deutscher Gewerkschaftsbund DGB – Berlin