BR-Wahl 2018: Jetzt kandidieren!

Die Betriebsratswahlen finden alle vier Jahre statt. 2018 ist es wieder so weit, von Anfang März bis Ende Mai sind alle Beschäftigten in Betrieben mit fünf oder mehr Beschäftigten zu den Betriebsratswahlen aufgerufen.

Auf dieser Seite (www.ngg.net/br) findest Du Informationen zu den kommenden Wahlen. Deine NGG vor Ort beantwortet Deine Fragen und unterstützt Dich bei Deiner Kandidatur sowie der Vorbereitung und Durchführung der Betriebsratswahlen. Nutze Deine Chance auf Mitbestimmung und gib Deine Stimme ab oder kandidiere selbst! Viel Erfolg!

 

 

Warum Betriebsräte wichtig sind ...

Arbeiten heißt mitbestimmen
Wo es keinen Betriebsrat gibt, können die Interessen der Beschäftigten nicht nachdrücklich genug geltend gemacht werden. Dort werden Rechte verschenkt - Rechte, die das Gesetz dem gewählten Betriebsrat gewährt. Dort verzichten die Arbeitnehmer auf ihre Mitwirkungs-, Mitbestimmungs- und Informationsrechte. Denn diese Rechte hat nach dem Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) nur ein Betriebsrat. Der einzelne Arbeitnehmer kann sie nicht in Anspruch nehmen.

Was kann ein aktiver Betriebsrat für Sie tun? Die NGG hilft Ihnen gern bei den Vorbereitungen zur Betriebsratswahl, wir kennen die gesetzlichen Vorschriften. Wir stellen Ihnen unser Wissen zur Verfügung - damit auch Sie recht bald Schutz und Hilfe eines aktiven Betriebsrats in Anspruch nehmen können. Oder wollen Sie Ihr gutes Recht verschenken?


Aufgaben und Rechte
Der Betriebsrat hat vielfältige Aufgaben und arbeitet eng mit der Gewerkschaft zusammen. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem:

  • darüber zu wachen, dass die Gesetze, Verordnungen, Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen usw. eingehalten werden
  • sich für Maßnahmen einzusetzen, die dem Betrieb und der Belegschaft dienen
  • mit dem Arbeitgeber über die Gestaltung und Veränderung von Arbeitsplätzen zu verhandeln die Eingliederung Schwerbehinderter und sonstiger schutzbedürftiger Personen zu fördern
  • vor Kündigungen muss der Betriebsrat gehört werden.

Der Betriebsrat verfügt über Rechte, die der einzelne Arbeitnehmer nicht besitzt. So kann der Betriebsrat z. B. mitbestimmen über:

  • Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit einschließlich der Pausen sowie Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Wochentage
  • der Aufstellung von Schicht- oder Dienstplänen
  • bei der Gestaltung von Prämien- oder Akkordlohn
  • die Aufstellung allgemeiner Urlaubsgrundsätze und des Urlaubsplanes
  • die Einführung und Anwendung von technischen Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, das Verhalten und die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen.

 

Der Betriebsrat hat Unterrichtungs- und Beratungsrechte bei der Planung von Bauten und technischen Anlagen, Arbeitsverfahren und Abläufen oder der Arbeitsplätze. Er ist über die Personalplanung zu unterrichten und er hat Mitbestimmungsrechte bei personellen Einzelmaßnahmen. Dies sind nur einige wichtige Mitbestimmungs- und Mitwirkungsrechte, die im Betriebsverfassungsgesetz festgelegt sind. In vierteljährlichen Betriebsversammlungen steht der Betriebsrat der Belegschaft Rede und Antwort.

Ein guter Betriebsrat kann eine Menge für die Arbeitnehmer erreichen, denn er kennt die Gesetze, Verordnungen und Tarifverträge. Diese Kenntnisse hat er bei Seminaren der Gewerkschaft NGG erworben. Um die Interessen der Arbeitnehmer wirksam zu vertreten, braucht der Betriebsrat die Unterstützung einer starken Gewerkschaft. Darum sind aktive Betriebsräte auch Mitglieder unserer NGG und damit gleichzeitig Vertrauensleute.
Alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können mit ihnen reden und ihren Rat einholen. Darum: Wählen Sie sich Ihren aktiven NGG-Betriebsrat. Er gibt Ihnen Schutz und hilft, wenn Probleme zu lösen sind. Nutzen Sie Ihr Recht und gehen Sie zur Wahl!
Übrigens: Der Wahlvorstand und die Betriebsratskandidaten werden vom Gesetz besonders geschützt

Hilfe bei der Betriebsratswahl

Alle vier Jahre, finden im Zeitraum vom 01. März bis zum 31. Mai die Betriebsratswahlen nach dem Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) und der Wahlordnung statt.

Die nächste Wahlperoide ist vom 01. März bis zum 31. Mai 2018. Nartürlich müsst Ihr nicht bis zu diesem Zeitpunkt warten um einen neuen Betriebsrat zu wählen, dass könnt Ihr jederzeit.

Ruf einfach unter der Telefonnummer 0241/946740 an oder meldet Euch per E-Mail. Wir helfen Euch gerne bei der Wahl.

Weiter Hilfe und Materialien zur erfolgreichen Durchführung der Betreibsrats- oder JAV-Wahlen finden Sie in unserem Digitalen Wahlhelfer, den sie bei uns auf CD anfordern können.

Außerdem hier noch die Wahlordnung und das Betriebsverfassungsgesetz.

Archiv betriebliche Vereinbarung

Betriebsräte können betriebliche Belange, die nicht gesetzlich oder üblicherweise durch Tarifverträge geregelt werden, über eine Betriebsvereinbarung regeln. Dabei sind aber viele Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. 

Hier helfen Ihnen neben der NGG auch die Hans-Böckler-Stiftung. Sie pflegt den größten Bestand an Betriebsvereinbarungen in Deutschland. Aktuell sind über 10.000 Betriebs- und Dienstvereinbarungen dokumentiert. Regelmäßig veröffentlicht sie neue Analysen, Trendbeschreibungen und Gestaltungshilfen zu ausgesuchten Themen betrieblicher Vereinbarungen.

Hier kommen Sie mit einem Klick zum Archiv betriebliche Vereinbarungen der Hans-Böckler-Stiftung.

Kurze Geschichte der Betriebsverfassung

1848 Erste Diskussionen über Fabrikausschüsse in der Nationalversammlung der Paulskirche in Frankfurt am Main.


Ab 1905 Arbeiterausschüsse mit beratenden und betreuenden Funktion ein Betrieben des Bergbaus mit mehr als 100 Arbeitnehmern ohne gesetzliche Grundlage.


1916 Gesetz über den vaterländischen Hilfsdienst; Arbeiter- und Angestelltenausschüsse mit beratenden und betreuenden Funktionen in kriegswichtigen gewerblichen Betrieben.


23.12.1918 Verordnung über Tarifverträge, Arbeiter- und Angestelltenausschüsse und Schlichtung (TVVO), die u.a. das Gesetz über den vaterländischen Hilfsdienst auf alle Betriebe mit mehr als 20 Arbeitnehmern erstreckte.


09.02.1920 Betriebsrätegesetz (BRG), Fortsetzung der 1916 begonnenen Entwicklung mit ersten Mitbestimmungsrechten im heutigen Sinne. Kollektivrechtlich geregelter Kündigungsschutz.


20.01.1934 Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit (AOG); an die Stelle des Gegenmachtmodells tritt die völkische Arbeitsgemeinschaft im Betrieb, in der Gefolgschaftsmitglieder (!) und Betriebsführer, jeder an ihrer Stelle, ihre Aufgabe erfüllen.


10.04.1946 Kontrollratsgesetz Nr. 22 (Betriebsrätegesetz) als an die Weimarer Tradition anschließendes Rahmengesetz, das die wesentliche Gestaltung der betrieblichen Mitbestimmung den Beteiligten im Betrieb selbst überließ.


11.11.1952 Betriebsverfassungsgesetz 1952 mit Erweiterungen der bisherigen Betriebsratsbefugnisse gegenüber dem BRG.


18.01.1972 Verkündung des Betriebsverfassungsgesetzes 1972, das einige Mitwirkungsrechte verstärkt hat und mit im Wesentlichen unveränderter Struktur und nur geringen Inhaltsänderungen bis heute gilt!